Ein Saarländer in Mexico

Erstens – Hallo erstmal

Mein Name ist Jannik, ich bin 18, aus Homburg (Saarland), habe gerade mein Abi gemacht und werde das nächste Jahr in Guadalajara (Mexiko) verbringen, um dort als Freiwilliger zu arbeiten.

Der Freiwilligendienst findet im Rahmen von “weltwärts” statt.

Das ist ein Programm, das vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wird.

Was du von meinem Blog nicht erwarten kannst…

Auch wenn es dir schwer fällt, nimm nicht alles einfach so hin, was ich hier schreiben werde.

Das hier sind kein Wetterberichte, keine Lottozahlen und auch kein Reiseführer.

Alles was du hier liest ist befangen und subjektiv, was du hier liest sind keine fundierten, geprüften Analysen.

Ich werd dir hier wahnsinnig viel erzählen, aber nie berichten.

…und was schon.

In diesem Blog kannst du erwarten, das zu lesen, was mir erzählenswert erscheint, auch wenn es vielleicht nur mir so geht.

Du kannst hier viel Kleines erwarten, auch wenn das Große dafür unter den Tisch fällt.

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Ich habe keine Berufsausbildung, spreche kaum Spanisch und habe keinerlei Erfahrung mit der Arbeit, die mich bei Vías Verdes (http://www.proyectoecovia.com/quienes_somos.php#historia) erwartet, bin 18, kein Kind mehr, aber auch noch nicht richtig erwachsen.

Ich bin mir sicher, das kommende Jahr wird eine großartige Entwicklungshilfe für mich.

Bestimmt aber nicht für die Erwachsenen zwischen 20 und 50, mit denen ich zusammen arbeiten werde, auch nicht für die Organisation, die seit mehr als acht Jahren besteht und funktioniert.

Meine Kollegen kennen ihr Land, kennen ihre Sprache, kennen ihren Job.

Keine Ahnung, welcher Entwicklung ich dort helfen sollte, wenn jetzt nicht gerade jemand das Lagerfeuerlied aus Spongebob Schwammkopf auswendig lernen will – auf Deutsch, versteht sich.

Für mich gibt es da wenig zu entwickeln.

Ich freue mich aber wahnsinnig drauf entwickelt zu werden.

Ich freue mich darauf, die Arbeit im Umweltschutz und von NGO’s im Allgemeinen, kennenzulernen, die Sprache zu lernen und den Globus mal in die andere Richtung zu drehen.

Wenn mir da nicht etwas dazwischen kommen würde, wovor mich schon sehr viele Leute gewarnt haben, als ich ihnen von meinem Freiwilligendienst erzählt habe.

In Mexiko, musst du wissen, werde ich nämlich aller Wahrscheinlichkeit zuerst umgebracht, dann von einem korrupten Polizisten misshandelt und anschließend drogenabhängig gemacht.

Das ist eben so üblich dort. Andere Länder andere Sitten.

Zugegeben mit der Reihenfolge bin ich mir da nie so ganz sicher.

Aber dass es passiert, das ist quasi unvermeidbar.

Das haben mir schon so viele Menschen prophezeit. Und die können sich ja unmöglich alle auf einmal irren.

Ist jetzt halt erstmal bisschen unpraktisch, die Sache mit dem Sterben und so.

Aber immerhin, wenn, ‘tschuldigung, sobald ich sterbe, erhalten meine Eltern nämlich 25.000€ aus einer Versicherung und rückgeführt wird mein misshandelter Kadaver auch noch – ganz umsonst.

Die Reise kann also losgehen. Sombrero und Poncho sind ja auch schon eingepackt.

Unterhosen mit extraelastischem Bund auch- bei dem Essen da drüben werd’ ich nämlich zwangsläufig so fett wie die auch alle- hat man mir versichert.

Du merkst, worauf ich hinaus will. Ich will dir, bevor du meinen Blog liest auch ein bisschen helfen mit deinen eigenen Erwartungen umzugehen. Die sind häufig nämlich vor allem auf Vorurteilen aufgebaut.

Und die werden wir nicht von einem Tag auf den anderen los.

Sie füllen in unseren Gedanken die Räume, wo Wissen und  Erfahrungen fehlen. Wieviel von dem, was wir über andere Länder zu wissen glauben, haben wir selbst erlebt oder zumindest aus seriösen Quellen erfahren?

Vorurteile aufzugeben bedeutet, sein eigenes Weltbild zu hinterfragen und damit auch sich selbst – und das geht zuweilen an die Eitelkeit und das wiederum kann oft wehtun, das, unterstell ich dir jetzt einfach mal, kennst du auch.

Natürlich hatte auch ich selber schon die ein oder andere Situation, in der ich mir am liebsten in meinen arroganten, bornierten europäischen Hintern gebissen hätte.

Jannikbmann

 

Guadalajara aus dem Flugzeug
Guadalajara aus dem Flugzeug

Fortsetzung folgt in Kürze ….

Zweitens – die Ankunft – de Pato

 

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