Gärtnern ohne Roundup

Gärtnern ohne Roundup !

 

zupfen Sie Ihr Unkraut
– das hält fit und stärkt Ihre Gesundheit !

 

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Foto: NABU/Diana Neumerkel

Glyphosat aus Privatgärten verbannen!

E-Mail-Protest von NABU zeigt erste Erfolge

(NABU/ Florian Schöne) Der E-Mail-Protest zeigt Erfolg: Innerhalb einer Woche appellieren fast 1.500 Teilnehmer per E-Mail an Baumärkte und Co., Glyphosat aus den Regalen zu nehmen. Fünf Unternehmen haben reagiert und einen Ausstieg aus dem Verkauf des Pflanzengifts angekündigt.

Upadte 10. Juni: Auch „Bauhaus“ listet Glyphosat nun aus. Wir erhielten dazu folgende Mitteilung: „Bauhaus verzichtet ab Herbst 2015 darauf, in allen deutschen Fachcentren Unkrautmittel mit Glyphosat zu verkaufen. Bis zum 30. September werden alle Produkte mit diesem Wirkstoff aus dem Sortiment genommen. Bereits seit dem 1. Juni werden keine Produkte mit Glyphosat mehr nachbestellt.“

 

Wird bedenkenlos in zahlreichen Haus- und Kleingärten verwendet: Das für Mensch und Natur risikoreiche Glyphosat. - Foto: Eric Neuling

Wird bedenkenlos in zahlreichen Haus- und Kleingärten verwendet: Das für Mensch und Natur risikoreiche Glyphosat. – Foto: Eric Neuling

09. Juni 2015 – Innerhalb einer Woche haben schon fast 1.500 Personen an der Online-Protestaktion gegen Glypohsat teilgenommen. Mit der Aktion werden Baumärkte und Gartencenter dazu aufgerufen, sämtliche Produkte mit dem umstrittenen Pestizidwirkstoff Glyphosat aus dem Sortiment zu nehmen. Die Teilnehmer habe so dazu beigetragen, dass die ersten Unternehmen einen Ausstieg aus dem Verkauf des Pflanzengifts verbindlich zugesagt haben. Neben Toom Baumarkt haben mittlerweile auch die Unternehmen Pflanzen-Kölle, Knauber, Gartencenter Holland, Gartencenter Augsburg und Globus Baumarkt schriftlich erklärt, künftig auf jeglichen Verkauf von Glyphosat-Produkten zu verzichten. Die große Unterstützung der NABU-Protestaktion zeigt, dass die Umweltrisiken von Glyphosat in der Öffentlichkeit zunehmend diskutiert werden und ein Verkauf des Mittels an Privatpersonen für Haus- und Kleingärten nicht mehr zu verantworten ist.

Mitmachen beim E-Mail-Protest

(NABU – Florian Schöne) Obwohl Glyphosat große Risiken für Mensch und Natur birgt, ist es problemlos in Baumärkten zu erhalten und wird sorglos Haus- und Kleingärten verwendet. Unterstützen Sie unseren E-Mail-Protest, damit die Baumärkte das Gift aus dem Sortiment nehmen.

Linkadresse für e-mail Protest:

Glyphosat ist das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid, von dem in Deutschland weiterhin 51 verschiedene Anwendungen für den Haus- und Kleingartenbereich zulässig sind. Bedenkenlos wird es unter Handelsnamen wie „Roundup“ versprüht, in der Hoffnung auf unkrautfreie Blumenbeete und Gartenwege. Dabei schadet es Mensch und Natur erheblich. So gilt das Mittel laut Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend. Wissenschaftliche Studien bringen verminderte Fruchtbarkeit und Störungen der Embryonalentwicklung mit Glyphosat-Einsatz in Verbindung. Mehrere wissenschaftliche Studien belegen deutliche Auswirkungen auf die Reproduktionsfähigkeit von Amphibien und Fischen. Neben den direkten toxischen Effekten gefährdet die Wirkung als Breitbandherbizid auch zahlreiche andere Organismen, denn durch die Vernichtung der Wildkrautflora gehen Nahrungsquellen und Lebensräume verloren.

Aus Sicht des NABU ist eine umfassende Neubewertung der Risiken überfällig. Erst kürzlich hatte auch die Verbraucherschutzministerkonferenz der Länder den Bund aufgefordert, die Abgabe von Glyphosat an Privatpersonen für Haus- und Kleingärten zu verbieten. Der NABU fordert eine Aussetzung der Zulassung für Glyphosat und eine umfangreiche Risikoprüfung des Wirkstoffs. „Wir hoffen, dass jetzt endlich auch die anderen Baumärkte wie Bauhaus, Hornbach oder Obi ihrer Verantwortung gerecht werden und Glyphosat möglichst rasch aus den Regalen entfernen“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Bundesverband NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. – www.nabu.de

 

Was ist Glyphosat?

(Bund) – Das meist eingesetzte Pflanzengift der Welt. Glyphosat ist ein Breitbandherbizid. Es tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Herbizideinsatz überlebt. Je häufiger glyphosathaltige Pestizide angewendet werden, desto eher entstehen allerdings auch resistente Populationen von Beikräutern, die durch das Mittel eigentlich vernichtet werden sollen. Die pflanzenvernichtenden Eigenschaften von Glyphosat wurden von der Firma Monsanto in den 1970er Jahren patentiert. Das Mittel kam unter dem Namen „Roundup“ auf den Markt und wurde zum Bestseller. Glyphosat wirkt systemisch, d.h. aufgenommen über die Blätter gelangt es in alle Bestandteile der Pflanze: in Blätter, Samen und Wurzeln. Glyphosat lässt sich nicht abwaschen und wird weder durch Erhitzen noch durch Einfrieren abgebaut. Glyphosat-Rückstände halten sich etwa ein Jahr lang in Lebens- und Futtermitteln.

Welchen Schaden richtet Glyphosat in der Natur an?

Als Totalherbizid tötet Glyphosat jede Pflanze auf dem gespritzten Feld ab, sofern sie nicht entsprechend gentechnisch verändert ist. Deshalb sind die Auswirkungen direkt auf die Ackerflora und indirekt auf die Ackerfauna groß: Weniger Wildpflanzen auf und neben den Ackerflächen bieten weniger Lebensraum für weniger Insekten. Und diese sind die Hauptnahrung für andere Tiere wie etwa Vögel; die biologische Vielfalt nimmt mit dem vermehrten Einsatz von Glyphosat ab. 30 Prozent aller Vögel der Agrarlandschaft stehen bereits auf der Roten Liste der bestandsbedrohten Tierarten.

Glyphosat ist außerdem ein Wasserschadstoff. Gelangt er in Bäche, Flüsse und ins Grundwasser, wird er dort zum Problem für Wasserlebewesen. Besonders empfindlich reagieren Amphibien auf Glyphosat.

WHO stuft Glyphosat als „wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen“ ein

„Wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen“ – das Urteil der Weltgesundheits­organisation WHO vom März 2015 über Glyphosat, den weltweit am meisten eingesetzten Wirkstoff in Unkrautvernichtungsmitteln, hat es in sich. Nicht nur für Monsanto, das Glyphosat seit 1974 unter dem Handelsnamen „Roundup“ vermarktet und andere Pestizidhersteller, die im Jahr 2011 zusammen 650.000 Tonnen produzierten und für 2017 die doppelte Menge anstreben. Sondern auch für die deutschen Zulassungsbehörden, die Glyphosat seit über 20 Jahren immer wieder Unbedenklichkeit attestieren.

http://www.bund.net/themen_und_projekte/chemie/pestizide/wirkstoffe/glyphosat/

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von BUND – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland – www.bund.net

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